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Die Praxis
Wissenschaftliche Arbeiten

„Sanfte (schmerzlose) Endoskopie“
Magenspiegelung (Gastroskopie)
Neu: Kapsel-Endoskopie des Dickdarms (Kapsel-Koloskopie)
Kapsel-Endoskopie des Dünndarms
Darmspiegelung (Koloskopie) und Polypenabtragung
Ultraschalluntersuchungen
Gastroenterologische Atem- und Funktionstests
Leberpunktionen

Wir führen auf Wunsch endoskopische Untersuchungen (Magen- und Darmspiegelungen) nach der Methode der sanften Endoskopie durch. Durch ein neues Medikament (Propofol) wird erreicht, dass der Würgereiz bei Magenspiegelungen und Schmerzen bei der Darmspiegelung vollkommen unterdrückt werden. Unmittelbar nach der Untersuchung sind die Patienten wieder wach.

Ein besonders wichtiger Teil der sanften Endoskopie ist die zuvorkommende Betreuung der Patienten durch die Praxisassistentinnen. Sie werden nach den Untersuchungen in eine Ruhezone geleitet, wo Sie in angenehmer Atmosphäre in kurzer Zeit wieder völlig wach werden können. Danach findet die Abschlussbesprechung mit dem untersuchenden Arzt statt.

In einer anonymen Patientenbefragung wurden für die sanfte Endoskopie (sowohl für die Untersuchung, als auch für die Betreuung durch die Praxisassistentinnen) nur die besten Noten auf einer Skala von 1-6 gegeben. Alle Patienten waren mit den Untersuchungen sehr zufrieden.

Wenn sie eine solche Beruhigungsspritze wünschen, ist es wichtig, eine Begleitperson mitzubringen, da Sie in den nächsten Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen dürfen.

Magenspiegelung

 

Die Gastroskopie (Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm) ist die beste Methode um Beschwerden abzuklären, die von diesen Organen ausgehen. Es ist die einzige Methode, um gutartige von bösartigen Erkrankungen sicher zu unterscheiden. Die bösartigen Erkrankungen der unteren Speiseröhre nehmen mit erschreckender Geschwindigkeit zu. Sodbrennen, das über drei Wochen anhält, oder trotz Behandlung immer wieder auftritt, muß deshalb unbedingt durch Gastroskopie abgeklärt werden.

Während der Untersuchung können mit einer kleinen Zange durch das Gerät hindurch Gewe-beproben entnommen werden. Zur Vorbereitung wird der Rachenraum mit einem Lokalanäs-thetikum betäubt. Auf Wunsch wird auch eine leichte, kurz wirksame Beruhigungsspritze verabreicht. Die Untersuchung ist schmerzfrei.

Welche Komplikationen können auftreten?
Die Magenspiegelung ist in der Hand des Experten ein extrem risikoarmes Untersuchungsverfahren. Theroretisch können Verletzungen der Organe, Blutungen nach Probeentnahmen oder Komplikationen durch die Beruhigungsmedikamente auftreten. In einer unter meiner Leitung durchgeführten deutschlandweiten Studie (wissenschaftliche Arbeiten), an der sich über 90 Gastroenterologen beteiligt haben, konnte bei über 110 000 Untersuchungen nur eine schwerwiegende Komplikation beobachtet werden. Die deutschen niedergelassenen Gastroenterologen haben geringere Komplikationsraten als die Kollegen in den Kliniken und im Ausland.

 

Eine neu eingeführte sanfte Methode der Dickdarmuntersuchung mit besonderem Augenmerk auf die Darmkrebs-Vorsorge ist die Kapsel- Endoskopie des Dickdarms. Durch eigene Studien konnte die hohe Präzision der in Israel entwickelten Kamera-Kapsel belegt werden. Eine etwa 3 Zentimeter lange und einen Zentimeter breite Kapsel wird vom Patienten morgens geschluckt und schwimmt anschließend mit der getrunkenen Flüssigkeit durch den gesamten Magen-Darmtrakt. Der Patient hat diese Zeit zu seiner freien Verfügung. Zwei Kameraköpfe können vier Bilder pro Sekunde aufnehmen, die auf einen am Gürtel getragenen Rekorder aufgezeichnet werden. Die Kapsel wird in der Regel bis zum Nachmittag ausgeschieden. Dann kann der Rekorder in der Praxis wieder abgegeben werden. Die Daten werden anschließend auf einen Computer übertragen und ausgewertet. Die Vorbereitung zur Kapsel-Koloskopie beginnt am Vortag und besteht in der von der Darmspiegelung bekannten Darmspülung. Die Untersuchung ist besonders für diejenigen interessant, die Angst vor einer konventionellen Darmspiegelung haben.

Bitte beachten: Die Kapsel-Koloskopie ist (noch) keine Kassenleistung!

 

Darmspiegelung

 

Mit Hilfe einer Kamerakapsel lässt sich erstmals der gesamte Dünndarm darstellen. Bei allen unkgeklärten Blutungen, bei denen die Magen- und Darmspiegelung normal ausfällt, ist heute die Kapsel-Endoskopie des Dünndarms die Methode der ersten Wahl zur weiteren Abklärung. Auch wenn bei unklaren Beschwerden oder Morbus Crohn der Dünndarm abgeklärt werden muss, lässt sich diese Methode gut einsetzen.

Bitte beachten: Die Kosten für die Dünndarmkapsel werden nicht in allen Fälle von den Krankenkassen übernommen.

 

 

Darmspiegelung

 

Bei der Koloskopie läßt sich nach entsprechender Reinigung durch eine Spüllösung (Darmlavage) der gesamte Dickdarm und meist auch noch ein Teil des darin einmündenden Dünndarms über ein flexibles Endoskop von innen betrachten. Die Darmspiegelung ist die sicherste Methode, um gutartige und bösartige Erkrankungen des Dickdarms sicher zu erkennen. Polypen sind gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut, die bei der Koloskopie in gleicher Sitzung schmerzlos mit einer Elektroschlinge abgetragen werden können (s. Schema).

Die Koloskopie und Polypektomie ist die sicherste Krebsvorsorge, die es derzeit gibt! Durch beide Maßnahmen kann die Wahrscheinlichkeit für einen Darmkrebs um 90% gesenkt werden. Der Darmkrebs ist in Deutschland mit mehr als 30 000 Toten pro Jahr die zweithäufigste Todesursache bei bösartigen Tumoren, bei nicht-rauchenden Männern sogar die häufigste. Selbst wenn bei der Koloskopie ein Darmkrebs entdeckt wird, kann er im Frühstadium meist noch komplett endoskopisch entfernt werden, ohne daß eine Operation erforderlich wird. Die Heilungsrate beträgt dann nahezu 100%.

Neu: Vorsorge-Koloskopie

Seit 1.10.2002 wurde die Vorsorge-Koloskopie in das Krebsfrüherkennungsprogramm der gesetzlichen Krankenversicherungen aufgenommen. Für alle Versicherten ab dem 56. Lebensjahr wird die Vorsorge-Koloskopie angeboten, die nach Ablauf von 10 Jahren einmal wiederholt werden darf. Diese Untersuchung darf aber nur von qualifizierten Untersuchern durchgeführt werden. Die Mitglieder des Qualitätszirkels Gastroenterologie Nordbaden erfüllen alle Qualitätskriterien und nehmen gerne Terminwünsche zur Vorsorge-Koloskopie entgegen.

Gewöhnlich wird dabei vorher ein kurzwirkendes Beruhigungsmittel verabreicht in einer Dosis, die eine schmerzfreie Untersuchung gewährleistet. Aus juristischen Gründen dürfen Sie nach der Untersuchung für den Rest des Tages auch nicht selbst Auto fahren. Sie müssen sich also von einer Begleitperson nach Hause bringen lassen. Der Darm wird vor der Untersuchung durch eine Spüllösung (Darmlavage) gereinigt, die völlig ungefährlich ist.

Welche Komplikationen können auftreten?
Die Darmspiegelung ist in der Hand des Experten heute ein extrem risikoarmes Untersuchungsverfahren. In einer unter meiner Leitung deutschlandweit durchgeführten Untersuchung, an der sich über 90 Gastroenterologen beteiligt haben, traten bei über 80 000 Koloskopien nur vier schwerwiegende und sechzehn leichtere Komplikationen auf (s.a. wissenschaftliche Arbeiten). Sie sich bitte an mich oder das Praxisteam.

Ultraschalluntersuchungen

 

Durch die Ultraschalluntersuchung lassen sich Erkrankungen der Bauchorgane (Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse, Milz, Nieren, Bauchgefäße) und der Schilddrüse erkennen. Der Patient sollte zu dieser Untersuchung nüchtern sein, da sonst die Beurteilbarkeit eingeschränkt ist. Lufthaltige Organe (Magen, Dick- und Dünndarm) lassen sich im Ultraschall nicht oder nur unvollständig darstellen. Die Ultraschalluntersuchung ist subjektiv und hängt von der Geräteausstattung und der Erfahrung des Untersuchers ab. Durch neue Techniken ("tissue-harmonic imaging" und Power-Doppler) können heutzutage auch kleinste Veränderungen der Organe erkannt werden. Mit unserem neuen Gerät ist auch eine Doppleruntersuchung der Bauch- und Nierengefäße möglich.

 

Atem- und Funktionstests

 

Die Milchzuckerunverträglichkeit (Laktose-Intoleranz) ist in Deutschland eine häufige Ursache für Durchfall und kann in unserer Praxis mit Hilfe eines einfachen Atemtests (H2-Atemtest) festgestellt werden. Für diesen Test muss der Patient nüchtern sein. Mit Hilfe des H2-Atemtests lassen sich auch weitere Ursachen von Durchfallserkrankungen oder Funktionsstörungen nachweisen.

 

 

Zur Diagnostik bestimmter Lebererkankungen ist manchmal eine Leberpunktion erforderlich. Diese wird nach örtlicher Betäubung und unter Ultraschall-Sicht in der Regel schmerzfrei durchgeführt. Vor der Untersuchung müssen die Blutgerinnungswerte bestimmt werden. Als Komplikation kann sehr selten eine Blutung oder eine Organverletzung auftreten.